Stoltefamilie/Familie von Werder
Stoltefamilie/Familie von Werder

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Das Leben des Marquard (I.) Ludwig von Werder mit seiner Ehefrau Dorothea Luisa Metzing.

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von Rauchhaupt

Standorte der Familiengüter

Aus der Werder´schen Familienchronik

Gen.21.4c Oskar Heinz Hans-Henning Stolte

Werder (Marquard (I.) Ludwig v. Werder)

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Marquard (I.) Ludwig von Werder


* 4.4.1716 auf Kade

 +22.6.1788 auf KIade

köngl. preuß. Hauptmann

  

Verheiratet am 25.11.1742 in Burg/Magdeburg

Dorothea Luisa Metzing

* 11.8.1718 in Magdeburg

+ 7.5.1758

Marquard (I.) Ludwig, der jüngste Sohn Kuno (IV.) Ludwigs, war der letzte gemeinsame Stammvater der einzelnen Zweige des Kader Astes der Kade-Rogäsener Linie. Er wurde am 4. April 1716 in Kade geboren und empfing den Taufnamen von seinem Paten Marquard Ludwig von Prinzen auf Karow, Königlich Preußischem Oberhofmarschall. Marquard (I.) Ludwig von Werder vereinigte in seiner Hand die Güter Kade und Belicke sowie Brettin mit Klein-Wusterwitz und war durch seine Sitten, Grundsätze und Gewohnheiten ein eigentümlicher Mann. Wie weit er sich von den in jener Zeit in den Adelskreisen allgemein herrschenden Ansichten über die Notwendigkeit standesgemäßer Ehen entfernte, bewies er durch seine Verheiratung mit Dorothea Luisa Metzing, einer Tochter des verstorbenen Advokaten, späteren Bürgermeisters der Stadt Schönbeck (Elbe), nachmaligen königlich preußischen Rates und Kammerfiskals (Kammerkonsulenten) Heinrich Metzing und dessen erster Ehefrau Dorothea Justina Buhler. Luisa Metzing war getauft am 11. August 1718, einige Tage nach der Geburt, wie das Kirchenbuch ausdrücklich vermerkt, in Magdeburg (St. Johanniskirche), woselbst ihr Vater im Jahre 1719 hinter dem Altstädtischen Rathause das Wohnhaus "Zu den drei Spiegeln" erwarb, und scheint, bevor sie Marquard (I.) Ludwig angetraut wurde, eine wirtschaftliche Stellung auf dem Kader Rittergut innegehabt zu haben.

Die Eheschließung hat den 25. November 1742 zu Burg bei Magdeburg (Unser Lieben Frauen) stattgefunden. Bemerkenswert ist, dass der älteste Sohn des Marquard (I.) Ludwig und der Luisa Metzing, Lebrecht Gottlieb, dessen Geburtsort- und Tag nirgens festgestellt werden konnte, fern vom Vaterhause, in Magdeburg, erzogen zum Zivildienst als Kammersekretär vorbereitet wurde und an Stelle des Lehnes eine Abfindungssumme von 5500 Talern in Gold erhielt. Desto größere Zuneigung hatte Marquard (I.) Ludwig zu den in seinem späteren, zufriedenen Ehestande geborenen sieben Kindern, deren Mutter bereits am 7. Mai 1758 in Magdeburg einer grassierenden hitzigen Krankheit nach hektischem Fieber erlag und zu Kade im Erbbegräbnis beigesetzt wurde. Manche werdersche Agnaten haben nicht ohne Bedauern auf die Unterbrechung zurückgeblickt, die in der adligen Ahnenreihe unserer Vorfahren durch den Eintritt der Luisa Metzing in die Familie entstanden ist. Man muss aber sagen, dass unter den persönlichen Verhältnissen, die zwischen ihr, einer Vollwaise, die nur noch eine Stiefmutter hatte und Marquard (i.) Ludwig obgewaltet haben, freien besser war als ledig bleiben. Hätte Marquard (I.) Ludwig seine, offenbar mit Leidenschaft von ihm geliebte Herzensauserwählte — die auch in der Tat sehr liebenswürdig und durchaus achtbar gewesen sein muss — nicht geheiratet, so würden ihre späteren Kinder nicht ehelich geboren sein, und keiner von ihnen hätte die Lehnfolge antreten können.

  

Trotz der unterbrochenen adligen Ahnenreihe stand es damals nicht schlecht um das Haus von Werder. Der sorgsam gepflegte Baum hatte sich von den Stürmen des Dreißigjährigen- und den Lasten des Siebenjährigen Krieges einigermaßen erholt und begann wieder Früchte zu tragen. Doch die Zeit war nicht mehr fern, wo man — verursacht durch mehr oder weniger unabwendbare Umstände — statt der wirtschaftlichen Benutzung die Früchte abriss und eilig verzehrte oder in unverständlicher Hast gar wegwarf und verderben ließ, bis endlich der Baum selbst, der durch Jahrhunderte dem Geschlecht Schutz und Unterhalt gewährt hatte, ihm beides versagte.

Marquard (I.) Ludwig war in seinen jüngeren Jahren Kornett im Leib-Karabinier-Regiment in Rathenow, nahm aber zur Bewirtschaftung der ihm zugefallenden Güter zeitig den Abschied. Als der Siebenjährige Krieg (1756 bis 1763) ausbrach, trat er 1757 von neuem in militärische Verhältnisse ein, indem er eine Hauptmannstelle als Chef einer zu Magdeburger stehenden Kompanie des von den Ständen errichteten Magdeburgischen Land-Regiments übernahm. Nach dem den Krieg abschließenden Hubertusburger Frieden kehrte er auf sein Gut Kade zurück und lebte dort fortan als höchst ursprünglicher Landedelmann. Er war angesehen, der als tatkräftiger alter Mann, bei sehr gesundem Verstande doch von vielerlei Vorurteilen erfüllt war, allerhand Ahnung hatte, höchst abergläubisch war und an der Überzeugung festhielt, daß sein verstorbener Bruder Maximilian Moritz, der in seinen letzten Lebenjahren bei ihm gewohnt hatte, mit einem Doppelgänger behaftet gewesen sei, so dass er den leibhaftigen Bruder nicht selten für ein Trugbild gehalten und ihn auch so behandelt habe.
Marquard (I.) Ludwig besaß als Greis nur ein Auge, das aber angeblich von strahlendem Feuer gewesen ist: das Andere soll er auf der Jagd durch einen unglücklichen Schuß eingebüßt haben. Er verschied in Kade am 22. Juni 1788 am Schlagfluß, ist also 72 Jahre alt geworden, und überlebte seine früh verstorbene Gattin um 30 Jahre. Vom 28. Dezember 1776 ab ist er in Nachfolgerschaft seines Bruders Maximilian Moritz Senior der Familie gewesen. Eigenhändige Briefe von ihm befinden sich im Sagisdorfer Archiv. Da diese das einzige mit Sicherheit festzustellende Andenken an ihn ist, wird einer davon unten wiedergegeben. Es handelt sich um ein Schreiben aus Kade vom 24. Februar 1769 an einen Kriminalrat, das im ersten Teile Hypothekenangelegenheiten, im zweiten das Testament der kurz zuvor verstorbenen Ehefrau seines Bruders Maximilian Moritz betrifft.
Marquard (I.) Ludwig und Luisa Metzing hatten sechs Söhne
.

Lebrecht Gottlieb
Friedrich (III.) Moritz (Mauritius) Ludwig, (Stammfolger)
Friedrich (IV.) Wilhelm,
Christian Ludwig
Johann Karl
Gottlieb
und zwei Töchter:
Sophie Charlotte,
Martha Luise.  

Ein Brief vom 24.2.1769 des Marquard (I.) Ludwig an einen unbekannten Kriminalbeamten

Werder (Marquard (I.) Ludwig v. Werder)

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