Stoltefamilie
Stoltefamilie/Familie von Werder
Stoltefamilie/Familie von Werder

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Das Leben des Heinrich (VII.) von Werder mit seiner Ehefrau Maria von Thümen a.d.Hs. Lüttgengollen.

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von Rauchhaupt

Verheiratet am 27.10.1699 auf Kammer

Standorte der Familiengüter

Auszug aus der Webseite von Kaden - "Das historische Gutshaus von Kaden"

Gen.21.4b Oskar Heinz Hans-Henning Stolte

Heinrich (VII.) von Werder


* vor 1595 auf Kade

 +1624 auf Kade

Herr auf den Gütern Kade und Rogäsen, vorm. Klein-Wusterwitz,Sydow. Domherr zu Magdeburg

  

Maria von Thümen a.d.Hs. Lüttgengollen

 

 * 1585/86

+ 19.1.1659 auf Kade


  

Das Herrenhaus soll Ende des 18. Jahrhunderts als schlichter barocker Putzbau erbaut worden sein. An gleicher Stelle soll vorher schon ein Herrensitz, wenn auch einfacher Art gestanden haben, der zweimal, 1673 und 1781, niedergebrannt zu sein scheint. Quelle: Geschichte des märkisch - magdeburgischen Geschlechts von Werder, zweiter Band, 1938.

 Darin heißt es: „Der 2. Rittersitz war das wesentlich jüngere, jedoch noch in der Werderzeit, wohl gegen Ende des 18. Jahrhunderts, erbaute heutige Herrenhaus, das so genannte Schloß mit schönem Parke.“ Demnach sind die Herren von Werder die vermeintlichen Bauherren des Gutshauses, das als zweigeschossiger rechteckiger Bau von 7 Achsen mit Walmdach errichtet wurde. Das Wohnhaus aus Fachwerk enthielt in zwei Stockwerken einen Saal, sechs Stuben, neun Kammern, Küche, Keller und Bodenraum. Auf den Eingangspfeilern befanden sich Initialenvasen  mit den Initialen A. u. v. W., das heißt Auguste von Werder.

18. Jahrh.

1799

Das Herrenhaus ist im Besitz des Generalmajors Friedrich Wilhelm IV. von Werder (26.08.1747 - 24.11.1820), der das Gut Kade mit Belicke in diesem Jahr aus der väterliche Lehnsverlassenschaft bekam. Durch seinen ständigen Militärdienst war das Gut vernachlässigt, durch Pächter heruntergewirtschaftet und durch die nachfolgende französische Besatzung war großer Schaden entstanden. Außerdem betrieb die zweite Frau von Fr. Wilhelm, Elisabeth Bahrdt, die Allodifikation der Lehnsgüter, um sie zu Gunsten ihrer eigenen Kinder verkaufen zu können. Der Verkauf erfolgte im Jahre 1812, noch vor der Zustimmung durch den Lehnsherrn.

1812

Johann Karl Sigismund von Treskow aus Friedrichsfelde bei Berlin kaufte Gut Kade. Der Kaufpreis betrug 67.000 Taler. Er stammte aus Dwinsk im Großherzogtum Posen und war ein Verwandter derer von Werder. Er lebte meist auf einem seiner anderen Güter und ließ die Familie von Werder weiter im Haus wohnen . Bei ihnen lebte auch eine Frau von Wedemeier, die eine geborene von Werder war.

1815

Der Lehnsherr Karl Johann Friedrich Edler von Plotho entsagte am 15.08.1815 seinem Obereigentumsrecht an Kade.

1819

Von Treskow begann das Rittergut Kade durch Verkauf und Übergabe in Erbpacht aufzuteilen.

1834

Hans XXXIX, der letzte von Werder auf Brettin verlor durch Zwangsversteigerung sein Gut in Brettin. Er lebte als Mieter im Gutshaus Kade. (1860 in Genthin gestorben)

1835

Im Königlichen Amtsbuch ist eine Unterschrift von „Carl“. Der Sohn von Karl Johann von Treskow, Rudolf Carl soll schon sehr jung das Gut übernommen haben.

1842

Durch die Verpachtungen war das Rittergut so zusammen geschmolzen, dass nur das Wohnhaus mit Park und 50 Morgen Acker übrig geblieben waren. Da dieser geringe Bestand keine Sicherheit für etwaige Leistungen der Patronatskosten bot, musste der Herr von Treskow als Sicherheit die Summe von 39 000 Taler hinterlegen. Nachdem er ein hiesiges Bauerngut gekauft und mit verpfändet hatte, wurde ihm die Summe zurück gegeben.

1848

Rudolf Carl von Treskow war ein eigenwilliger Mann, der tat, was ihm gefiel. Er liebte besonders die Feldsteine und ließ damit die Kirchhofsmauer bauen, ebenso die Ställe und die Scheune des Wirtschaftshofes. Diesen erwarb er von Klunter, dem er einen anderen Hof kaufte. Vorher befand sich der Wirtschaftshof westlich vom Gutshaus, wo dann der Eiskeller mit dem Pavillon stand. Der älteste Sohn Kurt war 1870 im Krieg gefallen, darum verkaufte Rudolf das Gut 1872 und zog mit seiner Familie nach Dresden und dann nach Berlin, wo er starb und nach Friedrichsfelde zur Ruhestätte seiner Ahnen überführt wurde. Ein männlicher Nachkomme ist nicht vorhanden, da sein jüngster Sohn Arnold nur vier Töchter hatte.

1872

Der spätere Geheime Bergrat Wilhelm Branco wird Besitzer des Herrenhauses. Kaufpreis: 67000 Taler.

Der Fabrikbesitzer Friedrich Wilhelm Aßmann aus Berlin erwirbt das Haus.

Professor Paul Gropius, ein Kunstmaler aus Berlin und Verwandter des Bauhauserfinders Walter Gropius kauft das Herrenhaus. Er lässt Um- und Anbauten vornehmen. Das Haus wird von innen und außen verschönt. Es wurden Gewächshäuser gebaut. Der große Park wird in 4 Jahren von Gärtner Derlich hergerichtet. Gropius soll mehrere Bilder von Kade , u. a. das Haus von Siewert mit dem Strohdach und dem Storchennest gemalt haben. Die jüngste Tochter von Frau Emilie Gropius war mit Justizrat Dräger aus Genthin verheiratet, der viele Reden für Reichskanzler Bismarck geschrieben hat. Der Enkel der jüngsten Tochter schrieb Geschichten für das „Genthiner Wochenblatt“, unter anderem „Ursula“. Frau Gropius Sohn aus erster Ehe, Bruno Neumann, war ein Weltenbummler. Aus Ägypten hatte er Wasser vom Jordan mitgebracht. Damit wurde der jüngste Sohn von Kantor Bethge getauft. Mir der „Cimbria“ wollte er nach Amerika. Die „Elbe“ stieß in dichtem Nebel mit der „Cimbria“ zusammen und versank und Bruno Neumann ist ertrunken.

Rudolf Karl von Treskow besuchte zum letzten Mal seinen ehemaligen Besitz, auch das Gutshaus.

Hermann Liebau, Fabrikbesitzer aus Magdeburg, kauft das Haus von P. Gropius. Er nutzte das Haus als Sommersitz. Johann Christian Friedrich Friesecke könnte zu diesem Zeitpunkt Gärtner bei den Besitzern gewesen sein, da er als herrschaftlicher Parkgärtner bezeichnet wurde. Liebau hatte auch eine Jagd gepachtet. Nach dem Tod von Hermann Liebau verkaufte seine Witwe das Gut.

Gutsbesitzer Rudolf Lehmann aus Belicke kaufte das Gut und vereinte nach über 100 Jahren wieder die Güter Belicke und Kade. Der Wohnsitz der Familie Lehmann blieb aber immer Belicke, das Rittergut Kade wurde verpachtet.

Lehmann musste das Gutshaus und Gut Belicke verkaufen. Belicke wurde am 1.Juli 1939 an den Diplom-Landwirt Richard Schaeper veräußert..

Am 3. November 1939 beschließt der Gemeindekirchenrat: aus Anlass des Verkaufs des Gutes Belicke geht das Patronat über die Kirche in Kade mit allen Rechten und Pflichten auf den Besitzer des Gutes Belicke über, da das verbliebene kleine Restgut Kade die Verpflichtungen der Kirche gegenüber nicht mehr sicherstellen kann und das Gut Belicke zusammen mit dem Gut Kade als gemeinsamer von Werderscher Lehnsbesitz seit der Reformation Träger der Patronatslast gewesen ist.

Im Mai 1940 schrieb Herr Lehmann an Pfarrer von Raison, dass er das Gutshaus Kade mit einem Teil des Parks an Frau Lehrer Eimecke, den Rest des Parks mit dem Gemüsegarten an den Bauern Wilhelm Piesel verkauft hat. Am 22.12.1940 war Rudolf Lehmann wohnhaft in Magdeburg, Straßburger Straße 14.
Frau Agnes Eimecke, geboren 1892, war die Tochter des herrschaftlichen Parkgärtners Johann Christian Friedrich Friesecke und seiner Frau Ida Minna Marie Eimecke, geborene Schrader. Sie zog 1940, nach dem Tode ihres Mannes, des Lehrers Eimecke, von Zitz nach Kade, gemeinsam mit ihrer Tochter Marie-Elisabeth (Marlis ) Eimecke, geboren am 22.03.1925. ( Der Bruder soll Gartenbau studiert haben, aus diesem Grunde soll das Gutshaus mit dem großen Garten gekauft worden sein. Er ist im Krieg gefallen.) Marlies Eimecke wird am 01.04.1940 in der alten Post als Telefongehilfin eingestellt.

Die Mutter von Frau A. Eimecke, Frau Friesecke, hat neben Helm in dem kleinen Haus gewohnt. Sie hatten früher eine Gärtnerei auf dem jetzigen Grundstück Helm. Sie ist dann mit ihrer Tochter ins Gutshaus gezogen. Sie hat Gedichte verfasst und auch ein Gedichtband veröffentlicht. Wir verdanken ihr
u. a. die Geschichte aus der Franzosenzeit über die Familie Böttcher, die man im Internet nachlesen kann. Ebenso eine Geschichte, wie Herr von Treskow zum Erwerb des Hauses Klunter kam und über Begebenheiten, als das Gutshaus Professor Paul Gropius gehörte.

In der „Genthiner Zeitung“ vom 18.09.1940 ist zu lesen: „Die Dorfgemeinschaft bekommt einen neuen Sportplatz im Park. Der wurde dem Bauern Piesel durch die Gemeinde abgekauft. Später soll auch ein Hitler-Jugend-Heim hier gebaut werden."

Am 14. Oktober 1940 schreibt der Landrat an den Regierungspräsidenten:

Betrifft Patronat über die Kirche in Kade, Verfügung vom 30. Juli 1940: Der Bürgermeister von Kade hat mitgeteilt, dass der Besitzer des Gutes Belicke, Richard Schaeper, sich verpflichtet hat, das Patronat zu übernehmen, da das Restgut Kade in viele kleine Parzellen aufgeteilt ist und eine Übertragung des Patronats auf die jeweiligen Besitzer nicht angebracht ist.

28. November 1940: Bürgermeister Ganzer an den Herrn Landrat: sämtliche Besitzer des Restgutes Kade erheben keinen Einspruch gegen den Beschluss des Gemeindekirchenrates vom 3. November 1939 und erklären sich mit der Übertragung des Patronats der Kirche zu Kade auf Gut Belicke einverstanden.

.

Im Gutshaus werden Umsiedler untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich mehrere Wohnungen.

Am 23. April 1948 wird die Genehmigung zum Bau eines Postzimmers im Gutshaus erteilt. Das Zimmer vor der Veranda wird zum Postraum umgebaut. In der Veranda werden an einem Schalter die Kunden betreut. Frl. M. Eimecke, die schon 1940 in der alten Post als Telefongehilfin eingestellt wurde, wird Postangestellte.

1873

1875

1885

1887

1915

1939

1940

1945

1948

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