Stoltefamilie
Als der Osten noch Heimat war
Flucht und Vertreibung
Stoltefamilie
Stoltefamilie/Das Leben auf Gut Genslack
Stoltefamilie/Familie von Pirch

Gen.20.4 Das Leben der Familie Mueller-West auf ihrem Adl. Gut Genslack bei Wehlau am Fluß Pregel in Ostpreußen.

Copyright 2009-2017 by J. Stolte. Alle hier vorliegenden Seiten, Texte und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck oder jede andere Form der Verwertung, gleich welcher Art, nur mit Genehmigung des Autors.

  

Charlotte Margarethe Helene Müller-West


* 13.5.1889 auf Adl.Gut Genslack / Kreis Wehlau / Ostpr.

+ 15.7.1978 in Baden / Baden

Geschieden von Heinrich Stolte am 6.11.1928 in Berlin

2 Kinder

Helene heiratete in 2. Ehe am15.9.1928 den Rittergutbezitzer Egon Caspar von Pirch. Aus dieser Ehe ging 1 Tochter hervor.


                                                                                                                                                                                                                                                         

Oskar Friedrich Wilhelm Heinrich Stolte

* 24.7.1884 auf dem Ordensschloß Marienburg / Westpreußen

+23.2.1962 in Berlin- Lichterfelde

-abgeschl. Jurastudium mit Staatsprüfung

-in Berlin als Anwalt gearbeitet.

Geschieden am 6.11.1928 und am 1.7.1930 wieder verheiratet mit Liselotte Bork.

-später Regierungsdirektor beim Oberfinanzpräsidium in Leipzig.

Lebte als Pensionär in Berlin



  

Verheiratet in 1. Ehe  am 14.1.1914 in Starkenberg / Ostpr. mit:

Die Wirkungsstätte von Charlotte Mueller-West (Gut Genslack) und Egon von Pirch (Rittergut Überbrück

Verheiratet am 15.9.1928 in 2. Ehe mit:

Kind 1

Seite2

Egon Caspar Alexander Max Wilhelm Hermann Freiherr von Pirch

a.d. Hause Wobensin

kgl. preuss. Leutnant der Res. u.i.d. Wehrmacht Oberstarbeitsführer


Herr auf Rittergut Überbrück, Kr. Neustadt b. Danzig / Pommern (heute Zamostne/Polen)

* 21.8.1892 in Köslin

+ 11.1.1975 in Holzminden


verheiratet in 1. Ehe am 29. Mai 1917 in Breslau mit

Nora von Damnitz,

 *18.8.1893 in Berlin

+nicht bekannt

Tochter des Ferdinand von Damnitz und seiner Ehefrau Martha Gräfin Festeties von Tolna

Scheidung 1928

  

Hermine Wagner

* 28.9.1847

+22.12.1918 in Königsberg / Ostpr.

                                                                                                                                                                                                                                                         

 Verheiratet am 27.2.1867 in Fuchsberg

 Verheiratet in 1. Ehe am 13.8.1888 in Freudenthal / Westpr. mit  Friedrich Müeller

Alfred Mueller(-West)


* nicht bekannt

+nicht bekannt



War zeitweise in Süd-West-Afrika Farmer

  

Conrad Mueller(-West)


*nicht bekannt

+nicht bekannt



Keine weiteren Daten

Horst Mueller-West


*nicht bekannt

+nicht bekannt


War verheiratet und lebte nach dem 2. Weltkrieg in Schleswig-Holstein

Friedrich

Mueller

16.4.1852 in Antmyriken / Ostpr.

+ 4.7.1905 auf Gut Genslack / Ostpr.


Herr auf Genslack und Amtsrat

Kind 2

Kind 4

Kind 3

Carl West


* 27.6.1831 in Fuchsberg / Ostpr.

+24.7.1910 in Königsberg / Ostpr.

  

Wilhelm von Haugwitz

 

*nicht bekannt

+nicht bekannt


Gutsinspektor Wilhelm von Haugwitz kam nach dem Tod von Friedrich Meuller auf das Gut Genslack. 3 Jahre später im Jahre 1908 heiratete er die Witwe Auguste Johanna West und wurde Herr auf Genslack.

Später verließ er das Gut und die Ehefrau Auguste Johanna, weil dei Differenzen mit den Söhnen von Johanna aus 1. Ehe über die Leitung des Anwesens immer heftiger wurden. Über den Verbleib sind keine Angaben bekannt.

Die Frontansicht des Gutshauses mit dem davor liegenden Gutsteich um 1800,

ca. 75 Jahre später wurde das Haus mit einem Anbau auf der linken Seite vergrößert.

Siehe auch die nachfolgenden Bilder

Die Zeitgeschichte: Verschiebungen der Grenzen zwischen dem

ehem. Deutschen Reich und Polen von 1918 bis 1945

Deutschland bis 1918 (Ende des 1. Weltkrieges)

Die Grenzen haben sich nach Ende des 2. Weltkrieges (1945) erneut nach Westen verschoben. Ostpreussen wurde zwischen Polen (der Südteil) und der Sowjetunion, heute Russland (der Nordteil) aufgeteilt.Königsberg und das Gut Genslack sind im Nordteil verblieben. Das Gut Überbrück war vorher im Deutschen Reich (im östlichen Teil von Pommern und jezt auf polnische Seite der neuen Genze. Somit waren die ehemaligen Besitztümer für die Familie unerreichbar und verloren.

Die Menschen in Ostpreußen und Pommern waren ähnlich. Sie liebten das weite stille Land, große Wälder, lange feinsandige Ostsee-Strände, klare Seen und den Fischreichtum des Landes.


Hier weiterführende Filme dazu:


Als der Osten noch Heimat war, hier Pommern (ca. 45 min.)


  

1944-45 war die Zeit der Flucht vor der Roten Armee in Richtung Westen. Auch die Frauen und Kinder der beiden Familiengüter in Überbrück/Pommern und Genslack/ Ostpreussen waren u.a. betroffen.


Hier ein weiterführender Film dazu:

Flucht und Vertreibung (ca. 30 min.)

Alle Abbildungen werden durch Anklicken vergrößert

Gen.20.1 Oskar Friedrich

Wilhelm Heinrich Stolte

Deutschland 1919 bis 1945 (Ende des 2. Weltkrieges)

  

Gen.20.1 Oskar Friedrich

Wilhelm Heinrich Stolte

Auguste Johanna West

* 14.1.1868 in Freudenthal / Westpr.

+8.11.1943  auf Gut Genslack / Ostpr.

                                                                                                                                                                                                                                                         

 Auguste Johanna West verheiratet in 2. Ehe 1908 mit Wilhelm von Haugwitz

Der geographische Bereich nach 1945 (Ende des 2. Weltkrieges)

Die schaffierte Fläche zeigt das ehem. Ostpreussen

  

Adl. Gut Genslack an der Pregel bei Wehlau in Ostpreußen

Die Besitzer und die Geschichte des Adl. Gut Genslack.


Das adlige Gut Genslack im Kreise Wehlau am Fluss Pregel gelegen und durchschnitten von der Königlichen Ostbahn, besteht aus dem Hauptgut Genslack mit den Vorwerken Oberwalde, Paulinenhof und Waldhaus, der großen Ziegelei Zimmau und der Wassermühle Zimmau. Im Ganzen umfasst es ein Areal ca. 1600 ha., davon 160 ha. beste Pregelwiesen. Im Jahre 1616 vertauschte Salomon von Hüllsen sein Gut Schönbaum im Amte Tapiau gegen eine gleich große Fläche in Genslack, welche demselben auf Befehl des Herzogs Johann Sigismund dort angewiesen wurde. Später kam Genslack in den Besitz der Familie von Reichmeister, dann durch Heirat an B. von Gaudy. Nach dessen Tode wurde von Bolschwing Besitzer, der die königliche Ziegelei Zimmau dem Gute erwarb. 1821 kaufte Genslack Baron von Heyking und vereinigte mit demselben das Gut Oberwalde. 1838 kam es in den Besitz des Grafen Klinkowstroem, von dem es 1841 der vorletzte Besitzer, Amtsrat Friedrich von Maröes kaufte. Letzterer hat das früher bedeutend kleinere Gut durch Zukauf der Mühle Zimmau und der sämtlichen noch vorhandenen Bauernländereien vergrössert und arrondiert, so wie fast alle Gebäude neu aufgebaut. Dem Amtsrat Friedrich von Maröes gehörten ausserdem noch die Güter Althof Skirbs im Kreise Niederung und Elisenau im Kreise Domnau.


Im Juli 1890 pachtete und 1896 kaufte  Amtsrat Friedrich Mueller (Urgroßvater des Autors dieser Webseite), verheiratet mit Auguste Johanna Mueller, geb. West das Adl. Gut Genslack, nachdem der Vorbesitzer Friedrich von Maröes sich vorher finanziell übernommen und später erschossen hatte. Es wurde Milchvieh (über 100 Stück) auf den satten Pregelwiesen gehalten. In einer eigenen Molkerei mit Käserei wurde der über die Grenzen beliebte "Tilsiter" Käse hergestellt und vermarktet. Weiterhin war Friedrich Mueller bekannt für die Aufzucht von Remonten (im militärischen Bereich verstand man unter Remonten drei- und vierjährige Pferde). Sie wurden für die jährlich ausgemusterten Armee-Pferde benötigt, z. B. im Jahre 1900 bei einem Bestand des kaiserlichen Heeres von 98.000 Pferden, wurden 11.000 Remonten benötigt. Das preussische Militär kaufte sie vor allem im ehemaligen Ost- und Westpreußen).

Die zum Gut befindliche Ziegelei Zimmau wurde von Herrn Georg-Friedrich Lemke gekauft und erfolgreich zu einer Aktiengesellschaft umfunktioniert. Er mietete den Anbau des Haupthauses auf Genslack für seine Familie.Seine Tochter Marie schrieb später die Erinnerungen an die paradiesische Zeit auf Gut genslack. (siehe Button weiter unten),

In diesem Jahr wurde am 13.6.1889 Charlotte Margarethe Helene Müller-West geboren.

Friedrich Mueller bewirtschaftete das Gut erfolgreich. Er trug den Titel Amtsrat und verwaltete zusätzlich den Amtsbezirk Genslack vom 21.1.1890 bis zu seinem Tode. Er verstarb leider sehr früh am 4.7.1905 mit 53 Jahren.

Seine Witwe Auguste Johanna heiratete dann 1908 den Gutsinspektor Wilhelm von Haugwitz, der das Gut weiter bewirtschaftete, später aber das Gut und die Familie verliess. Er hatte sich mit den Söhnen von Friedrich Mueller nicht mehr verstanden. Es wurde häufig wegen unterschiedlicher Meinungen zur Führung des Gutes gestritten. Die immer noch zum Gut befindliche Mühle wurde verpachtet. Die 3 Söhne von Friedrich Mueller unterstützten dann die Mutter bei der Führung des Adl. Gutes Genslack.

Am 1.12.1910 zählte der Gutsbezirk Genslack 157 Einwohner, wovon ca. 60 erwachsene Einwohner unmittelbar auf dem Gut arbeiteten bzw. vom Gut lebten.

1914 heiratete Charlotte Margarethe Helene (Tochter des Friedrich Mueller) den Gerichtsassessor und späteren Regierungsdirektor im Finanzpräsidium Leipzig, Heinrich Stolte. Aus der Ehe gingen 2 Kinder hervor: 1914 Elisabeth Helene und 1916 Hans-Henning. Die Ehe wurde 1928 geschieden.

Von 1919 bis 1927 übernahm der älteste Bruder von Charlotte, Alfred, der in dieser Zeit das Gut Genslack seiner Mutter verwaltete zusätzlich als Amtsrat auch die Verwaltung des Amtsbezirks Genslack. Später ging Alfred Mueller über Andalusien/Spanien nach Süd-West Afrika und war dort Farmer. Die Brüder Conrad und Horst wurden in der Armee Berufs-Offiziere.


Das Ald. Gut Genslack ging in den Besitz der Tochter Charlotte Margarethe Helene Stolte, geb. Mueller-West über. Im gleichen Jahr, 1928, heiratete sie in 2.Ehe den ehemaligen Offizier und Rittergutsbesitzer Egon Caspar Freih. von Pirch, der seine Anwesen in Pommern hatte..

Die Abtrennung Ostpreußens vom Deutschen Reich nach dem 1. Weltkrieg verschlechterte die Lage der Landwirtschaft so sehr, dass sich viele Güter nicht mehr halten konnten. Im Jahr 1929, das Jahr der Weltwirtschaftskriese,  wurde ein Teil der 1000 Hektar durch die Landgesellschaft in 27 Siedlerstellen zu je 60 Morgen und Wiesenanteile aufgeteilt, die 1930 bezugsfertig und bis 1932 bezogen wurden.

Der Sohn von Charlotte Mueller, Hans-Henning Stolte, verbrachte seine Kindheit und Jugend, später als landwirtschaftlicher Eleve bis zum Beginn des Krieges 1939 auf Gut Genslack. Er sollte später einmal Gutsherr auf Genslack werden.

In den Kriegsjahren wurde Genslack auch als Erholungsheim für Berliner Kinder genutzt, da Ostpreußen als ruhiges, vom Krieg verschontes Land galt.

Am 22. Januar 1945 wurde die Bevölkerung vor der nach Westen und Norden voranschreitenden Invasion der Roten Armee gewarnt. Es kam über Nacht der Evakuierungsbefehl für alle auf dem Gut befindlichen Personen. Jede Person durfte nur 25 kg an Gepäck mitnehmen.

Die rote Armee brandschatzte alles was ihnen in die Quere kam. Auch das Gut Genslack wurde nicht verschont. Was blieb, war Schutt und Asche. Am 23. Januar floh die Bevölkerung, auch Charlotte  Mueller-West mit den Töchtern  Elisabeth aus 1. Ehe und Heidi aus 2. Ehe, mit nur wenigen Habseligkeiten vor der Roten Armee über das zugefrorene Haff Richtung Gotenhafen. Endlose Flüchtlingstrecks zeugten von der grausamen Vertreibung aus der Heimat.


Die Ländereien des ehem. Gutes Genslack liegen heute auf russischem Gebiet und renaturieren, da eine geordnete Entwässerung und Bewirtschaftung der Pregelwiesen nicht mehr betrieben wird. Die Äcker stehen im Herbst unter Wasser und wo früher die "Kornkammern" standen ist heute das Land brach und sumpfig. Der Ort Genslack heisst heute Prudy.

Kartenausschnitt

Königsberg/Ostpr. und Umgebung

Kartenausschnitt

Genslack

Kartenausschnitt

Genslack und Umgebung

Kartenausschnitt

Ansicht der Aufteilung von Gut Genslack

Vorderansicht mit Teich

Hans-Henning Stolte (8), Sohn der Gutsbesitzerin Charlotte Meuller-West übt im Schweine- trog vor dem Gutshaus das Paddeln.

Rückansicht mit Anbau (rechts)

Hans-Henning Stolte (7), und Schwester Elisabeth (9) im Garten mit den jungen Hunden Max und Moritz.

Marie Bock (1880-1954), die eine Generation vor Hans-Henning Stolte mit ihrer Familie auf Genslack lebte, hat einen eindrucksvollen Bericht über ihr Leben auf Genslack geschrieben. Hier geht sehr deutlich hervor, wie paradiesisch das Leben dort war.

Zur Erzählung der Marie

Bock über ihr Leben auf dem Adl. Gut Genslack

Weiterleitung zu

Egon Freih. von Pirch

Kartenausschnitt

Königsberg/Ostpr. und Umgebung

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